Österreich nur 4,95 €, ab 80 € ebenfalls versandkostenfrei
Österreich nur 4,95 €, ab 80 € ebenfalls versandkostenfrei
Wir beobachten derzeit das finale Erlöschen einer Epoche, die ihren moralischen Kompass nach dem Preis ihres Hafer-Lattes ausrichtete. Während in den sterilen Fluren der tierfreien Nichtraucher-Exile das WLAN kapituliert (ein digitaler Herztod, der schlimmer wiegt als jede Ehekrise), vollzieht der wohlhabende Endfünfziger auf seinem E-Bike den letzten Abgang. Ein kinetisches Mahnmal für das Ende der Behaglichkeit – mit 25 km/h direkt in die Ewigkeit, Helm inklusive.
Die Signale für diesen Systemwechsel waren gerade erst auf der CES in Las Vegas zu besichtigen. Dort wurden die neuen KI-basierten humanoiden Roboter vorgestellt – Blechkameraden mit einem Blick so leer wie die Versprechen einer Wahlkampfrede. Diese silikonisierten Grinsekatzen sollen uns künftig im Alltag „entlasten“. Man sieht es förmlich vor sich: Ein hochglanzpolierter Android, der einem mit der empathischen Präzision einer industriellen Stanze den Blasenkatheter einführt, während er mit einer Stimme, die nach Navigationssystem auf Valium klingt, fragt: „War das zu Ihrer Zufriedenheit? Bitte bewerten Sie mich in der App.“
Es ist die logische Fortsetzung einer logistischen Kette, die beim lauwarmen Lieferando-Fraß aus dunklen Hinterhof-Schmurgelküchen beginnt und bei „Sterberando“ endet – dem Service, der den verblichenen Opa künftig so diskret wie effizient im Mehrwegbehälter abräumt, damit Platz für das neue Heimkino ist.
Doch während aus den digitalen Echokammern die Untoten der postfaktischen Ära kriechen und uns die Silicon-Valley-Gurus weismachen wollen, dass Zärtlichkeit bald nur noch ein Software-Update zwischen zwei Smart-Watches ist, gibt es einen Ort des heroischen Widerstands:
Die eigene Küche.
Hier, zwischen angebrannten Topfböden und dem unbezwingbaren Chaos in der Besteckschublade, findet das wahre Leben statt. Trotz aller humanoiden Pflegedienste bleibt das eigenhändige Pellen einer Kartoffel ein Akt glasklarer Souveränität. Wenn das stumpfe Küchenmesser auf das vernarbte Holzbrett trifft, ist das kein digitaler Prozess, sondern ein ur-menschlicher Rhythmus. In diesem Moment ist es völlig egal, ob draußen ein Roboter versucht, dem Dackel das Stöckchen holen beizubringen, oder ob das „postfaktische Zeitalter“ gerade die Schwerkraft für optional erklärt.
Das Hantieren mit der schweren gusseisernen Pfanne und dem verkrusteten Holzlöffel ist unser letztes Bollwerk gegen die totale Entfremdung. Es ist die heitere Erkenntnis am Abgrund: Wir sind vielleicht nicht mehr ganz dicht, aber solange wir die Butter noch selbst in die Pfanne werfen, bevor wir sie verbrennen lassen, haben die Maschinen noch nicht gewonnen. Wir sind vielleicht nicht mehr zu retten – aber wir gehen wenigstens mit einer ordentlichen Portion Bratkartoffeln unter.
Locker bleiben, euer ML
{"one"=>"Wählen Sie 2 oder 3 Artikel zum Vergleichen aus", "other"=>"{{ count }} von 3 Elementen ausgewählt"}
Wählen Sie das erste zu vergleichende Element aus
Wählen Sie das zweite zu vergleichende Element aus
Wählen Sie das dritte Element zum Vergleichen aus
Einen Kommentar hinterlassen