Österreich nur 4,95 €, ab 80 € ebenfalls versandkostenfrei
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Pfingsten in Süddeutschland. Ein Ereignis, das in seiner rituellen Vorhersehbarkeit eigentlich nur noch mit einer königlichen Hochzeit zu vergleichen ist – nur dass man statt Champagner lauwarme Fanta serviert bekommt und die Garderobe eher aus verschwitzten Funktionsshirts besteht. Sobald die Schulen in Bayern und Baden-Württemberg ihre Pforten schließen, beginnt der große Exodus der Lemminge. Eine Million übermüdeter Familienväter pfercht aufblasbare Flamingos, drei Paletten Proviant und die hormonelle Instabilität ihrer Nachkommen in den SUV. Das Ziel: Italien. Das Hindernis: Die Republik Österreich – ein Land, das den Transit-Deutschen mit der charmanten Herzlichkeit eines viktorianischen Schuldeneintreibers empfängt.
Wer in seiner herzerfrischenden Naivität glaubt, mit dem Kauf des „Pickerls“ an der Grenze sei die Maut-Schuld beglichen, hat das Konzept der österreichischen Gastfreundschaft grundlegend missverstanden. Das Pickerl ist lediglich ein Amuse-Gueule, eine Art Eintrittskarte für das Vorzimmer der Hölle.
Kaum wähnt man sich auf der A10 in Sicherheit, schlägt die ASFINAG-Maut-Mafia am Tauern- und Katschbergtunnel zu. Zehn Euro extra pro Röhre, damit man sich im Halbdunkel die Abgase eines moldawischen Sattelzugs in die Lunge ziehen darf. Es ist eine absolut „splendid“ organisierte Form der Wegelagerei. Im Mittelalter spannten sie Eisenketten über die Donau, heute nutzen sie Schranken, die sich erst dann herablassen, den Pöbel passieren zu lassen, wenn die Kreditkarte lautlos um Gnade winselt.
Sollte sich der Stau wider Erwarten auflösen – was statistisch gesehen etwa so wahrscheinlich ist wie ein Sieg der englischen Nationalmannschaft im Elfmeterschießen – schnappt die Falle namens „IG-L“ zu. Auf einer kerngeraden, dreispurigen Autobahn leuchtet plötzlich das Symbol für den kollektiven Stillstand auf: 80 km/h.
Offiziell geschieht dies zum Schutz der sensiblen Alpenluft und wegen eines angeblich asthmakranken Murmeltiers am fernen Berghang. Inoffiziell dient es der Finanzierung des österreichischen Bruttoinlandsprodukts. Hinter jedem zweiten Brückenpfeiler lauert ein grauer Kasten, der im Sekundentakt Blitzer-Selfies von deutschen Touristen schießt. Wer hier im Gefälle versehentlich 91 km/h erreicht, spendiert dem Landeshauptmann von Salzburg direkt das nächste vergoldete Jagdrevier. Es ist wahrlich reizend.
Der Höhepunkt dieses zivilisatorischen Rückschritts erreicht uns bei Kilometer 30 des Blockabfertigungs-Staus. Google Maps, der digitale Verräter, flüstert verheißungsvoll: „In 500 Metern rechts abfahren, Zeitersparnis: 3 Stunden.“ Man blinkt, verlässt die Autobahn und fühlt sich wie ein brillanter Stratege.
Doch an der Ausfahrt wartet bereits Gendarmerie-Oberstleutnant Franz. Er trägt das kühle Lächeln eines Mannes, der heute schon 400 Deutsche in den Wahnsinn getrieben hat. „Grüß Gott. Umfahrungsverbot fürn Transit! Des macht 50 Euro, und jetz schleich di zruck ans Ende vom Stau, du Wappler!“ Man ist offiziell eine Geisel der Alpenrepublik. Alcatraz hatte definitiv die großzügigeren Fluchtrouten – und wahrscheinlich besseres Catering.
Da die britische Methode des „höflichen Beschwerdebriefs“ hier nicht fruchten wird, rufen wir zur asymmetrischen Verkehrs-Kriegsführung auf. Wir präsentieren die „FL-VV“ – ein Maßnahmenkatalog für österreichische Autofahrer auf deutschen Autobahnen, der an pathologischem Sadismus kaum zu überbieten ist:
Das Piefke-Pickerl (Die Sichtbehinderungs-Maut): Ein Fahrzeug mit A-Kennzeichen? Das macht 149,90 € Gebühr. Dafür erhält der Fahrer einen DIN-A2 großen, neonpinken Aufkleber, der mittig auf der Fahrerseite der Frontscheibe angebracht werden muss. Wer versucht, auch nur eine Ecke abzuknibbeln, verliert sein Auto an den Freistaat Bayern und muss den Heimweg im Regionalexpress antreten – ohne Sitzplatzreservierung.
Die IG-Ö (Immissionsschutzgesetz-Ösi): Um die empfindliche deutsche Flachlandluft vor k.u.k.-Abgasen zu schützen, gilt für Österreicher ein absolutes Überholverbot. Wer ausschert, wird von einer Rotte blutdürstiger Außendienstler im Passat-Kombi (240 PS, Dauer-Lichthupe) direkt zurück auf die rechte Spur gepeitscht – exakt zwischen zwei Schweinehälften-Laster aus Rheda-Wiedenbrück. Dort verweilt der Österreicher in tiefer Kontemplation bis Flensburg.
Umfahrungsverbot mit „Tunke-Waterboarding“: Verlässt ein Österreicher bei Kinding die A8, um durch ein bayerisches Dorf abzukürzen, wartet ein Rollkommando des örtlichen Schützenvereins. Die Strafe: Der Delinquent wird auf einem Plastikstuhl fixiert. Ihm wird ein staubtrockenes, original deutsches Jägerschnitzel serviert, das vor seinen weinenden Augen in fünf Litern glutamathaltiger Maggi-Bratensoße („Tunke!“) ertränkt wird. Gegessen wird alles. Ohne Wasser. Wer verweigert, bekommt Helene Fischer in Originallautstärke per Kopfhörer.
Blockabfertigung am Urinal: An deutschen Raststätten gilt für Österreicher ab sofort: Tröpfchenweise Wasserlassen! Höchstens ein Österreicher pro Dreiviertelstunde darf die Einrichtung betreten. Der Rest wartet draußen bei 4 Grad im feinen Nieselregen vor einer manuell bedienten, roten Fußgängerampel, während der Tankwart höhnisch lachend 70-Cent-Gutscheine aus dem Fenster wirft.
Bei aller wohlverdienten Feindseligkeit auf dem Asphalt müssen wir am Ende des Tages jedoch eine Sache festhalten: Wenn der Motor steht, die Klimaanlage röchelt und die Kinder auf der Rückbank den dritten Nervenzusammenbruch simulieren, sind wir vor dem Gott des Staus alle gleich.
Deshalb zeigen wir wahre Größe. Wir werden die österreichischen IP-Adressen nicht von unserem Shop aussperren. Wir bei suzenna.com sind schließlich keine Unmenschen (und ehrlicherweise nehmen wir auch gerne Euro, die dezent nach Sachertorte riechen).
Egal, ob du als deutscher Piefke weinend vor der Blockabfertigung am Tauerntunnel stehst oder als österreichischer Schluchtenscheißer in unserer bayerischen Tropfenabfertigung am Sanifair-Urinal den Verstand verlierst: Der Hunger und der Durst kennen keine Grenzen.
Für das ultimative Überlebens-Equipment im automobilen Grabenkampf sorgen wir grenzübergreifend. Auf suzenna.com findet ihr alles, was den Wahnsinn erträglich macht, ganz ohne klebrige Auto-Polster und ausgelaufenen Apfelsaft:
Auslaufsichere Trinkflaschen: Die überleben selbst den frustriertesten Wurf in den Beifahrerfußraum und hüten den rettenden Schluck Wasser (oder den heimlichen Obstler zur inneren Betäubung) auch nach vier Stunden Stop-and-Go.
Panzerknacker-Frischhalteboxen: Die einzige verlässliche Grenze in diesem Konflikt. Sie bewahren die feucht-fröhlich schwitzenden Käsebrote und die Notfall-Landjäger luftdicht vor dem Klimaanlagen-Tod und dem Zorn der hungernden Rückbank.
Formschöne Cups & Mugs: Daraus lässt sich der dreifache Espresso zur Verhinderung des Sekundenschlafs – oder der Baldriantee gegen die Mordgelüste auf den holländischen Wohnwagen vor euch – einfach kultivierter und ohne Überschwappen konsumieren.
Rüstet euch aus, liebe Nachbarn. Sichert das Proviant, schließt Frieden am Rastplatz und denkt immer daran: Im Stau weint am Ende jeder in derselben Sprache.
Da Mensch is guad, owad Leit san schlecht... samma wieda guad, bis nächste Woche
euer ML
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