Österreich nur 4,95 €
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Das moderne Leben verlangt Effizienz, Perfektion und vor allem: Zeitersparnis. Und so thront er in deutschen Küchen – meist auf einer penibel sauberen Arbeitsfläche aus Granit – der Thermomix. Ein stählernes, glänzendes Küchen-UFO, das nicht nur kochen, sondern auch wiegen, kneten, rühren und mahlen kann. Er ist das Sinnbild des Guided Cooking, die fleischgewordene (oder besser: maschinengewordene) Garantie, dass selbst derjenige, der eine Tütensuppe anbrennen lässt, binnen 25 Minuten ein tadelloses Zitronenrisotto auf dem Tisch stehen hat.
Doch jede Revolution fordert ihre Opfer.
Betrachten Sie das Gegenstück, den Helden einer vergangenen Ära der Bequemlichkeit: Peter von Frosta.
Peter von Frosta ist nicht etwa ein Mensch, sondern die Metapher für jenen ehrlichen, wenn auch kulinarisch limitierten, Fertiggericht-Pionier aus dem Tiefkühler. Er repräsentiert die Pfannengerichte, die binnen acht Minuten in der Mikrowelle aufgetaut werden konnten und deren Versprechen einfach und klar war: Satt werden. Würze? Manchmal. Nährwert? Naja. Aber es war schnell.
Und genau hier liegt die Tragik des modernen Küchenschicksals: Peter von Frosta ist ein Auslaufmodell.
Er liegt jetzt, leicht vereist und von der digitalen Revolution überholt, ganz hinten in der Schockfrost-Ecke. Früher war er der König der schnellen Küche, der unangefochtene Platzhalter für alle, die nach einem langen Arbeitstag nur noch eines wollten: Food, und zwar sofort.
Heute schaut Peter von Frosta durch eine dicke Eisschicht zu, wie der Thermomix mit dem Selbstbewusstsein einer Dampfmaschine das Abendessen in Perfektion zubereitet. Er hört das sanfte Summen des Rührwerks, das an einen entspannten Wellness-Tag erinnert, während seine eigene Existenz nur noch von einem lauten, ungeduldigen Pling! der Mikrowelle begleitet wird.
Wer braucht noch Peter von Frosta, wenn der Thermomix aus drei Karotten und einem halben Liter Brühe eine "cremige Karotten-Kokos-Suppe, 5 Sterne, kinderleicht" zaubert?
Peter ist nur noch der Notnagel, der stille Zeuge jener seltenen Nächte, in denen selbst der Thermomix-Besitzer – trotz aller Effizienz und digitaler Anleitung – zu müde ist, um das kleine bunte Display zu berühren. Es sind die Nächte, in denen die Sehnsucht nach dem ehrlichen, leicht verkochten Trost eines tiefgekühlten Fertigprodukts die Diktatur des Gelingens kurzzeitig durchbricht.
Und das ist vielleicht die feinste Sinnigkeit dieser Konstellation: Der Thermomix bietet die Perfektion, aber Peter von Frosta, das Auslaufmodell, hält die Erinnerung an die Seele der Küche wach. Die Seele, in der es auch mal erlaubt ist, faul zu sein, ein Gericht zu essen, das schmeckt, als hätte es eine mittelmäßige Kantine vor zehn Jahren erfunden, und dabei trotzdem glücklich zu sein.
Lassen Sie uns also ein kleines, eisiges Denkmal für Peter von Frosta setzen. Er mag obsolet sein, aber er war ein guter Freund in hungrigen, unkomplizierten Zeiten. Und er hat uns gelehrt, dass Perfektion im Risotto nicht immer wichtiger ist als das schnelle, frostige Glück aus der Schachtel.
Bis nächste Woche, euer ML
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