Österreich nur 4,95 €, ab 80 € ebenfalls versandkostenfrei
Österreich nur 4,95 €, ab 80 € ebenfalls versandkostenfrei
Wir hatten alles vorbereitet. Als die Nachricht vom vorzeitigen WM-Aus unserer Nationalmannschaft gegen die Fußball-Übermacht Paraguay über den Ticker lief, riefen wir im Hauptquartier von suzenna.com sofort den redaktionellen Ausnahmezustand aus.
Unsere Chefin, die mit Starkoch Josef und Backtalent Helmer eigentlich durch die USA tourte, um sich dort kulinarisch und sportlich inspirieren zu lassen, war auf dem Rückweg. Wir rechneten mit Tränen, Frust und tiefer sportlicher Depression.
Also taten wir, was treue Mitarbeiter tun: Wir schrubbten das Lager, putzten das Büro auf Hochglanz, pflegten unsere Kunden mit doppelter Hingabe und predigten uns gegenseitig eine fast schon toxische „Tschakka-wir-schaffen-das“-Einstellung. Wir waren bereit, die Trümmer der deutschen Fußball-Ehre aufzufegen und unsere Chefin sanft in Watte zu packen.
Doch wir hatten die Rechnung ohne ihren unbändigen Überlebensinstinkt gemacht.
Die Chefin kam gar nicht erst ins Büro. Sie weigerte sich schlichtweg, aus dem Flugzeug zu steigen und in diese staatlich zelebrierte deutsche Trostlosigkeit zurückzukehren. Sie wollte raus aus dem klebrigen Mittelmaß, das sie drei Wochen lang ertragen musste. Perfektion in der Küchenkunst färbt nun mal offensichtlich nicht auf den Rasen ab. Stattdessen stieg sie in den nächsten Flieger nach Venetien, direkt zu ihrem alten Kumpel „Stefano“ – einem wahren Meister der venezianischen Töpfer- und Keramikkunst.
Sie brauchte dringend ein Statement zur Meisterlichkeit. Einen handfesten Beweis, dass es sie noch gibt: die absolute, bedingungslose Perfektion. Zusammen mit Stefano bringt sie nun atemberaubende, handgemachte Keramik-Meisterwerke in unser Angebot. Wahre Kunst, in die Liebe, Schweiß und jahrzehntelange Erfahrung geflossen sind (schaut euch einfach die Bilder im Shop an – dann versteht ihr, was echte Leistung ist).
Der Kanzler und die offizielle Heiligsprechung des Verlierens
Warum diese Flucht nach Italien? Weil die Chefin erkannt hat, dass der Rumpelfußball auf dem Rasen nur das Symptom einer viel größeren, gesamtgesellschaftlichen Krankheit ist: der gnadenlosen Nivellierung.
Damit die Miesen und ganz Miesen vor körperlichem und seelischem Schmerz bewahrt werden, müssen die Besten bei uns neuerdings auf Siege verzichten. Und das Schlimmste daran: Auf dieses glorifizierte Mittelmaß darf man in Deutschland nun hochoffiziell stolz sein. Der Kanzler selbst hat es uns bewiesen. Nach dem historischen Debakel gegen Paraguay griff er beseelt in die Tasten und verkündete dem Volke auf X: „Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel. Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.“ Falls er überhaupt wusste, was er da tat, war es die ultimative Kapitulationserklärung an den Leistungsgedanken. Ex-Nationalspieler Sami Khedira traf den Nagel auf den Kopf, als er trocken anmerkte: „Wir dürfen die Spieler und Kinder nicht nur in Watte packen und sagen, das Gewinnen ist nicht mehr wichtig.“
Die Akademikerschmiede und die Tütensuppe
Doch genau das tun wir. Hier paaren sich aktuell die fatalsten Trends der Gesellschaft. Leistungswille? Ein Fall für die Telefonseelsorge! Der jungen Generation geht es in ihrer pastellfarbenen Instagram-Blase entweder um gar nichts, um Dauer-Party, den nächsten Iced-Matcha auf Bali oder den übergeordneten Sinn im Leben, um die Welt vor irgendwas zu retten. Aber wehe, das Wirtschaftswachstum stagniert jahrelang bei Null und überall muss gespart werden, leider auch beim Klima- und Umweltschutz – dann ist das Geschrei groß. Wer hätte ahnen können, dass reine Work-Life-Balance keine Rechnungen bezahlt?
Unter dem Banner der Gleichmachung wird nivelliert bis zur Bewusstlosigkeit, damit sich die Dummen nicht dumm und die Verlierer nicht wie Verlierer vorkommen müssen. Erinnern Sie sich noch an das Gymnasium? Früher war das mal eine elitäre Akademikerschmiede, gekrönt von der sagenumwobenen „Hochschulreife“. Ich weiß gar nicht, wer dieses Wort heute noch kennt – für die meisten klingt das vermutlich wie eine ansteckende Atemwegserkrankung. Heute ist das Abitur der reinste Mainstream, und die Qualität des intellektuellen Outputs an den Unis hat nicht selten die Konsistenz von verdünnter Tütensuppe. Dass die tatsächliche Dummheit gefühlt und messbar zunimmt, belegen uns diverse PISA-Studien, bei denen Deutschland verlässlich das absolute, betonierte Mittelmaß markiert.
Leibchen für alle!
Im Fußball scheint es mittlerweile exakt genauso zuzugehen. Jeder darf mal aufs Feld, jeder bekommt ein Leibchen. Bloß keine Helikopter-Eltern oder Großeltern am Spielfeldrand blamieren und enttäuscht zurücklassen! Der einzige Unterschied zwischen der gepolsterten Nationalelf und unserem Bildungssystem besteht aktuell nur noch darin, dass Familie, Freunde und der private Friseur (noch) nicht mit ins Klassenzimmer dürfen, um bei der Mathearbeit Händchen zu halten.
Es ist das Prinzip der neuen Bundesjugendspiele, nur eben auf das ganze Leben angewendet: Der harte Wettkampf wird durch den fröhlichen Wettbewerb ersetzt. Wer nicht verliert, muss keine schlechten Erfahrungen machen. So kann sich am Ende auch der Bummelletzte zu den Besten zählen, und alle gehen mit einer Siegerurkunde und einem warmen Gefühl im Bauch nach Hause.
Wir wollen halt um jeden Preis vermeiden, dass irgendjemandem Tränen die Wangen runterkullern, weshalb Verantwortliche mittlerweile eine staatliche Rundumseelsorge betreiben. Emotional kann man das vielleicht sogar verstehen. Der Gesellschaft als Ganzes hilft das allerdings nur bedingt. Wenn ein Land absolut keine Sieger mehr will, darf sich auch niemand wundern, wenn wir bald keine Siege mehr bejubeln können. Dann bleibt uns am Ende wirklich nichts anderes mehr übrig, als das Mittelmaß abzufeiern.
Wir bei suzenna.com verweigern uns diesem Trend zur vollbetreuten Mittelmäßigkeit rigoros. Wir halten uns lieber an Meister Stefano in Venetien. Dort weiß man noch: Wer ein makelloses Meisterwerk aus dem Ofen holen will, der muss die verdammte Hitze aushalten können.
... so, mein WM Frust ist bewältigt, bis nächste Woche, euer ML
{"one"=>"Wählen Sie 2 oder 3 Artikel zum Vergleichen aus", "other"=>"{{ count }} von 3 Elementen ausgewählt"}
Wählen Sie das erste zu vergleichende Element aus
Wählen Sie das zweite zu vergleichende Element aus
Wählen Sie das dritte Element zum Vergleichen aus
Einen Kommentar hinterlassen