Österreich nur 4,95 €, ab 80 € ebenfalls versandkostenfrei
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Sie sind wieder gelandet. Man erkennt sie am verunsicherten Blick an der Supermarktkasse, wenn sie feststellen, dass ein Liter Milch tatsächlich weniger kostet als eine Niere auf dem Schwarzmarkt. Die Ski-Heimkehrer sind zurück – jene tapferen Masochisten, die eine Woche lang freiwillig in einer ökonomischen Parallelwelt gelebt haben, in der die Genfer Konventionen für Preisgestaltung offenbar außer Kraft gesetzt wurden.
In den Alpen gilt eine ganz eigene Physik: Je dünner die Luft, desto dicker die Unverschämtheit. Sobald man sich die Bretter unter die Füße schnallt, setzt im Gehirn ein Mechanismus ein, den Psychologen wohl als „Stockholm-Syndrom mit Kaiserschmarrn-Aroma“ bezeichnen würden.
Man steht klaglos 20 Minuten an einer Selbstbedienungstheke an, um sich von einer überarbeiteten Aushilfe eine Portion Pommes (Konsistenz: feuchtes Sperrholz) für 14 Euro hinknallen zu lassen. Und während man im Stehen von einem Pappteller isst, redet man sich ein: „Die Aussicht zahlt man halt mit!“ Klar, die Aussicht auf den nächsten Privatinsolvenz-Antrag.
Besonders drollig ist die Begegnung mit der „Schickeria-Gipfelstürmer-Brigade“. Das sind die Leute, die in Pelzwesten, die nach einem halben sibirischen Streichelzoo aussehen, auf der Sonnenterrasse thronen. Ihre Skier haben noch nie eine echte Kante gesehen, aber die Designer-Brille für 800 Euro sitzt perfekt, während sie eine Flasche Moët köpfen, die preislich etwa dem Bruttoinlandsprodukt eines kleinen Inselstaates entspricht.
Es ist eine faszinierende Form von Realsatire: Man zahlt 200 Euro für eine „Lounge-Ecke“ (ein Holztisch mit einer Alibi-Decke), nur um sich in der prallen Sonne von lauwarmem Schaumwein dehydrieren zu lassen. Aber hey, Hauptsache das Instagram-Foto suggeriert, man gehöre zur alpinen Elite, während man in Wahrheit nur 15 Euro für ein stilles Wasser – ohne Kohlensäure, aber mit „Berg-Spirit“ – abgedrückt hat.
Und der Rest? Ein flüssiges Kriegsverbrechen namens Jagertee, das farblich an Bremsflüssigkeit erinnert und thermisch so instabil ist, dass es die Speiseröhre direkt in eine Brandwiese verwandelt. Kostenpunkt: der Gegenwert eines Mittelklasse-Abendessens im Tal. Aber der Après-Ski-DJ spielt „Humba Humba Täterä“ in einer Lautstärke, die jedes logische Denken im Keim erstickt. Da zückt man doch gerne die Kreditkarte, bis der Magnetstreifen glüht.
Doch dann die Erlösung: Die Heimreise. Plötzlich stellt man fest, dass man für den Preis einer einzigen „Hütten-Brotzeit“ (drei Scheiben vertrockneter Speck und ein Alibi-Essiggürkchen) zu Hause ein ganzes Buffet für die Nachbarschaft ausrichten könnte.
Homecooking ist das neue Off-Piste-Fahren:
Echte Cocktails: Statt klebrigem Aperol-Verschnitt aus dem Plastikkanister, den man auf der Hütte für 12 Euro kredenzt bekommt, mixen wir uns daheim einen Drink, der nicht nur nach Urlaub schmeckt, sondern auch keine Magenverätzung verursacht. Und das Beste: Man muss dafür keine Designer-Pelzweste tragen, die nach nassem Hund riecht.
Kulinarische Freiheit: Wer in den eigenen vier Wänden kocht, muss sich nicht mit der „Gulaschkanone des Grauens“ begnügen. Hier gibt es Qualität statt Quantität – und der einzige, der hier überteuerte Preise aufruft, ist vielleicht der Lieferdienst, aber selbst der wirkt im Vergleich zu Ischgl oder Kitzbühel wie die Heilsarmee.
Fazit: Der Skiurlaub ist der einzige Ort, an dem man 5.000 Euro ausgibt, um sich wie ein Flüchtling in einer überfüllten Kantine zu fühlen – nur eben mit teurerer Jacke. Willkommen zurück in der Welt, in der ein Schnitzel nicht automatisch die Anzahlung für einen neuen Sessellift beinhaltet. Schenk dir einen ordentlichen Gin Tonic ein – er hat weniger gekostet als ein stilles Wasser auf der „Alm-Lounge“, schmeckt aber wenigstens nach Würde.
Grüße von unter dem gelben Schirm, bis nächste Woche euer ML
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