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Hilferuf eines führerlosen Schreiberlings: Aggregatzustand Pfütze, harte Eiswürfel und die Anatomie des Sommerlochs

Hilferuf eines führerlosen Schreiberlings: Aggregatzustand Pfütze, harte Eiswürfel und die Anatomie des Sommerlochs

Die Kolumne: Überleben im Backofen

Liebe Leserinnen und Leser,

ich brauche heute kein Feedback, keine Likes und keine Retweets. Ich brauche Eisbeutel. Und Mitleid. Sehr viel Mitleid.

Wir haben Mitte Juni, die Sonne brennt durch das Bürofenster wie ein Laserpointer aus der Hölle, und der kleine USB-Tischventilator schiebt nur noch feuchtwarme Verzweiflung von links nach rechts.

Während meine Chefin drüben in den USA im klimatisierten DFB-Camp steht, Rudi Völler den Nacken massiert und mit Josef und Thomas Helmer aus unseren suzenna-Töpfen das Sommermärchen zaubert, hat man mich hier völlig führerlos zurückgelassen. Ein Redaktions-Maskottchen ohne Aufsicht. Man hat mir vor der Abreise gesagt: „Halt die Stellung, schreib was Schönes, sei kreativ!“

Kreativ? Ab 32 Grad Zimmertemperatur denke ich nicht mehr in Metaphern, ich denke nur noch in Kaltgetränken. Mein Gehirn hat mittlerweile die Konsistenz von übergartem Grießbrei. Jeder Tastendruck fühlt sich an, als müsste ich einen LKW bergauf schieben. Ich bin ein gebrochener Schreiberling, ein schwitzendes Nichts, das an seinem Bürostuhl festklebt wie ein Spiegelei in einer Pfanne ohne Antihaftbeschichtung. Wenn ich mich bewege, macht es „Rrrtsch“. Ein furchtbares Geräusch, das mich nachts verfolgen wird.

Eine tiefschürfende philosophische Analyse: Wasser, aber hart

Da mir die Hitze jegliche Fähigkeit zu komplexen Gedankengängen geraubt hat, habe ich mich entschieden, mich heute dem banalsten, unspektakulärsten und dennoch kältesten Thema zu widmen, das ich finden konnte: Dem Eiswürfel.

Wisst ihr eigentlich, wie faszinierend Eiswürfel sind? Man nimmt nasses Wasser, stellt es in die Kälte, und – BAM – es wird hartes Wasser. Das ist Physik! Wahnsinn. Wenn man dieses harte Wasser dann in ein Glas wirft, macht es „Klong“. Herrlich. Ein akustisches Meisterwerk.

Meine tagelange, investigative Recherche im Pausenraum hat zudem ergeben, dass Eiswürfel weinen und schmelzen, wenn man sie hier auf meinen Schreibtisch legt. Das Wasser ist dann wieder nass und ruiniert wichtige Dokumente. Der Kreis des Lebens schließt sich. Damit hätten wir den bildungsrelevanten Teil dieser Kolumne erfolgreich abgehakt und meine Existenzberechtigung für heute gesichert.

Die offizielle Sommerloch-Streckungs-Maßnahme

Der Algorithmus verlangt aber mindestens 500 Wörter, sonst stürzt unser Google-Ranking schneller ab als die amerikanische Fußball-Taktik nach einem Frittier-Exzess. Da ich mein Pulver mit der bahnbrechenden Eiswürfel-Theorie nun endgültig verschossen habe, muss ich diesen Text schamlos in die Länge ziehen.

Ich präsentiere euch hiermit die offizielle Überbrückungsmaßnahme für das Sommerloch 2026: Ein Potpourri der Verzweiflung. Küchenwitze, für die ich mich bei 20 Grad noch in Grund und Boden geschämt hätte, die mir bei 35 Grad aber wie lyrische Meisterwerke vorkommen.

  • Witz 1: Sagt die Nudel zum suzenna-Kochtopf: „Mach sofort den Deckel zu, ich bin noch gar nicht angezogen!“

  • Witz 2: Warum weint der Wasserkocher? Weil er auf der Arbeit ständig unter Druck steht! (Ha. Ha. Mein Leben in einem Satz.)

  • Witz 3: Was ist grün und schaut durchs Schlüsselloch? Ein Spionat!

  • Witz 4: Was macht ein Steak, wenn es sich vor dem Koch verstecken will? Es versteakt sich.

Seht ihr? Seht ihr, was diese Hitze mit einem einst brillanten Geist anrichtet? Das ist ein Hilfeschrei, liebe Leute. Ich schreibe wahllos Wörter auf, um den weißen Platz auf dem Bildschirm zu füllen, in der Hoffnung, dass meine Chefin zwischen zwei Gulasch-Schichten in New Jersey nicht merkt, dass die deutsche Zentrale intellektuell soeben kapituliert hat.

Ein heißer Appell an euer Gewissen

Bitte, tut mir einen einzigen Gefallen: Kauft heute irgendetwas in unserem Shop auf suzenna.com.

Einen Topf. Eine Backform. Ein Muffin-Blech. Mir völlig egal. Unsere Produkte sind nämlich bis 250 Grad hitzebeständig und absolut formstabil – ganz im Gegensatz zu mir. Wenn die Chefin aus den USA die Verkaufszahlen checkt und sieht, dass ihr aus reinem Mitleid bestellt habt, wird sie mir meine flüssige Arbeitsmoral verzeihen. Vielleicht erlaubt sie mir dann sogar, den Kühlschrank in der Teeküche nicht nur zu öffnen, sondern als Erstwohnsitz zu beziehen.

Ich lege jetzt meinen Kopf auf die kühle Tischplatte und warte auf den Oktober. Bleibt im Schatten!

Bis nächste Woche, Euer verdampfender ML

Nächster Artikel Die Rettung des Sommermärchens 2026

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