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Da stehen wir also, in der sakralen Stille unserer Küche, beleuchtet nur vom bläulichen Schimmer des Kühlschranks, der uns anstarrt wie ein strenger Kampfrichter kurz vor Verkündung des positiven Ergebnisses der vorangegangenen Dopingkontrolle. Während in Mailand die Eröffnungsfeier gerade in einem Crescendo aus Operngesang und sündhaft teurem Feuerwerk explodiert, stehen wir vor der existenziellen Frage: Was passt eigentlich kulinarisch zu einer Abfahrt in Cortina?
Wer denkt, die Profis hätten den alleinigen Anspruch auf Hightech-Equipment, hat noch nie versucht, eine tiefgefrorene Packung Chicken Wings mit einem stumpfen Buttermesser zu exhumieren. Während die Bobfahrer ihre Schlitten auf das Tausendstel polieren, betreiben wir Hochleistungshydrodynamik an der Spüle.
Da steht es, das „gute“ Bleikristallglas – ein Erbstück, so fragil, dass es schon beim Anblick einer Eiskunstlauf-Pirouette Risse bekommt. Wir füllen es natürlich nicht mit Barolo, sondern mit einer Saftschorle, weil wir uns einreden, das sei „isotonisch“. Und dann ist da noch der gusseiserne Bräter, das schwere Geschütz. Er fungiert heute als Sicherheitsbehältnis für die olympische Kernkompetenz: den warmen Käsedip. Ein kulinarischer Endgegner, der so zähflüssig ist, dass man ihn wahrscheinlich auch zum Abdichten von Skikanten verwenden könnte.
Aber halt! Bevor der Dip im Bräter landet, kommt der Moment der Wahrheit an der Kasse. Man hat uns versprochen, Milano Cortina 2026 werde „nachhaltig“. Wahrscheinlich meinten sie, dass mein Bankkonto nach dem Einkauf nachhaltig leer ist.
Haben Sie mal die Preise für die „Olympia-Sondereditionen“ gesehen? Da kostet die Tüte Chips mit dem Konterfei des Maskottchens „Tina“ plötzlich so viel wie eine halbe Aktie von Apple. Ein einfacher Pizza-Anstecker für die Spiele kostet im offiziellen Shop 15 Euro – für das Geld hat man früher in Italien noch die ganze Pizzeria gekauft (inklusive des mürrischen Kellners).
Und während eine Nacht in Cortina derzeit für entspannte 10.000 Euro angeboten wird, wirkt der Preisaufschlag für die „olympischen Erdnüsse“ fast wie ein Schnäppchen. Fast. Es ist diese psychologische Kriegsführung: Weil wir nicht für 220 Euro im Zielraum von Bormio frieren, rechtfertigen wir den Kauf des 8-Euro-Premium-Eises. Wir sparen uns ja quasi reich!
Man kann keine Winterspiele schauen, ohne etwas zu essen, das bei Berührung sofort die Finger in eine klebrige Patina aus Paprikapulver und Transfetten hüllt. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz:
Chips-Curling: Die riskanteste Disziplin. Man versucht, den perfekten Tortilla-Chip durch den Dip zu manövrieren. Bricht er ab? Disqualifikation! Das Stück versinkt in der gelben Masse wie die Träume eines Favoriten im Fangnetz.
Synchron-Kauen: Wir atmen exakt im Rhythmus der Langläufer. Der Unterschied? Wenn deren Puls am Anstieg auf 190 schießt, schlägt unserer nur deshalb schneller, weil wir realisieren, dass das Bier im Keller steht und der Weg dorthin steiler erscheint als die Mausefalle in Kitzbühel.
Bissige Expertise: Nichts schmeckt besser als eine Handvoll gesalzene Nüsse zum Preis von Feingold, während man mit vollem Mund feststellt, dass der Slalomläufer „eindeutig zu wenig Kantendruck“ aufbaut. Wir selbst haben zwar seit 2012 keinen Schnee mehr gesehen, aber die Kompetenz wächst proportional zum Füllstand der Snackschüssel.
Am Ende bleibt uns die Erkenntnis: Wir werden nie mit 130 Sachen eine vereiste Rinne runterschießen (außer wir rutschen morgen früh auf der eingefrorenen Einfahrt aus). Wir kriegen keine Medaille, sondern Sodbrennen und eine Kreditkartenabrechnung, die aussieht wie ein Punktestand beim Skispringen.
Aber wir haben das Bleikristall nicht zerbrochen. Wir haben den Käse-Beton aus dem Bräter gekratzt. Und wir haben die Chips-Inflation überlebt, ohne eine Niere zu verkaufen. Wenn das kein Gold wert ist, dann weiß ich auch nicht.
Ski Heil, bis zur nächsten Woche, euer ML
Und jetzt Butter bei die Fische (oder Käse in den Dip):
Wie sieht Ihre persönliche olympische Bilanz aus? Haben Sie den Gold-Standard beim Synchron-Snacken bereits erreicht oder kämpfen Sie noch mit der Qualifikation an der Spülmaschine? Und vor allem: Welcher Snack-Preis hat Sie dieses Jahr fast in die Knie gezwungen?
Schreiben Sie es uns in die Kommentare – wir verteilen zwar keine Medaillen, aber dafür jede Menge Mitgefühl!
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